Das Laufen auf Eis und Schnee

#1 von Orga Alex , 19.02.2016 18:41

Das Laufen auf Eis und Schnee

Der Winter kommt mit Siebenmeilenstiefeln nach Deutschland. Das bedeutet auch, dass die
Straßen und Wege demnächst auch wieder verschneit oder vereist sein können.
Als Coach kann ich eigentlich die Uhr danach stellen, dass mich 2 Wochen nach dem ersten
Schnee die ersten Klagen in Sachen Verletzungen erreichen. Gleiches kann ich übrigens auch
nach dem Sommer berichten, wenn Sportler im Urlaub am Strand gelaufen sind.
Laufen auf Eis und Schnee sorgt dafür, dass der Fußaufsatz nicht mehr optimal ist, die Ferse im
Schnee einsackt und der Fuß auf dem glatten Untergrund ins Rutschen gerät.
Das sorgt oftmals für ein hohes Maß an Spannung in der Plantar-Sehne, Achillessehne und
Wadenmuskulatur.

Ein weiterer Knackpunkt des Laufens auf Schnee ist, dass sich das Laufen gedämpft anfühlt. Die
Bodenkontaktzeit, also die Zeit, die der Fuß bei jedem einzelnen Schritt auf dem Boden verbringt,
nimmt signifikant zu. Mit zunehmenden Bodenkontaktzeiten nimmt die Verletzungsgefahr zu, da
die Einheit Fuß/Unterschenkel das gesamte Körpergewicht länger stabilisieren muss.
Da die Bodenkontaktzeit ein wichtiger Faktor in Sachen Geschwindigkeit darstellt, kann man das
permanente Training auf weichem Untergrund (Schnee) durchaus als „Leistungskiller“ bezeichnen.
Ich empfehle auch in den warmen Jahreszeiten einen großen Anteil (mind.70%) des Laufumfangs
auf harten Untergründen (Asphalt, Tartanbahn) zu absolvieren. Wer primär auf weichen
Waldböden unterwegs ist, wird beim Städtemarathon sein blaues Wunder erleben, wenn die
Muskulatur schlichtweg zu unspezifisch trainiert wurde.

Beim Training auf weichen Untergründen wird die Muskulatur nicht mehr dazu angehalten, die
Dämpfungs-und Haltearbeit zu übernehmen, das übernimmt hierbei ein Stück weit der Untergrund
per se.

Wenn der Schnee tagsüber antaut und dann nachts wieder richtig fest friert, sollte das Training auf
keinen Fall auf solch einem Untergrund stattfinden, da der Boden sehr uneben wird. Läufer in
ländlichen Regionen sollten festgefrorene Traktorspuren meiden!
Sucht euch eine freigeräumte und gestreute Strecke raus und gewährleistet damit, dass das
Training effektiv wird und Verletzungen ausbleiben.
Wer schon mal einen langen Lauf von 2 Stunden Dauer auf einer 300m langen Runde absolviert
hat, der hat obendrein einen weiteren Benefit, denn er härtet sich über das Physische hinaus auch
mental ab.

Train safe!

 
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